Bidirektional vs. unidirektional – Funksysteme erklärt
Bei Funk-Rohrmotoren und Funksteuerungen unterscheidet man zwischen unidirektionalen und bidirektionalen Systemen. Der Unterschied liegt in der Kommunikationsrichtung – und hat praktische Auswirkungen auf Komfort und Smart-Home-Tauglichkeit.
Unidirektional: Einweg-Kommunikation
Bei unidirektionalen Systemen sendet der Handsender einen Befehl (z. B. „Rollladen hoch"), und der Motor führt ihn aus – ohne Rückmeldung. Der Sender weiß nicht, ob der Befehl angekommen ist oder ob der Rollladen tatsächlich gefahren ist.
Beispiele: Somfy RTS, Becker Centronic, Cherubini RX
Vorteile:
- Günstiger als bidirektionale Systeme
- Bewährte, robuste Technik
- Ausreichend für einfache Anwendungen
Nachteile:
- Keine Statusanzeige: Sie sehen nicht, ob der Rollladen offen oder geschlossen ist
- Keine Bestätigung, ob der Befehl ausgeführt wurde
- Eingeschränkte Smart-Home-Funktionen
Bidirektional: Zwei-Wege-Kommunikation
Bei bidirektionalen Systemen sendet der Motor eine Rückmeldung an den Sender oder die Zentrale. Sie erfahren, ob der Befehl angekommen ist, und können den aktuellen Status abfragen (z. B. „Rollladen ist zu 50 % geschlossen").
Beispiele: Somfy io, Becker Centronic Plus, elero ProLine 2, Rademacher DuoFern, Selve Commeo, DECT (Fritz!Box)
Vorteile:
- Statusrückmeldung: Sie sehen den aktuellen Zustand
- Befehlsbestätigung: Sie wissen, ob der Befehl ausgeführt wurde
- Volle Smart-Home-Integration möglich
- Automatisierungen basierend auf dem Ist-Zustand
Nachteile:
- Teurer als unidirektionale Systeme
- Komplexere Technik
Wann welches System wählen?
Unidirektional ist ausreichend, wenn:
- Sie nur eine einfache Funksteuerung per Handsender wünschen
- Keine Smart-Home-Integration geplant ist
- Sie Kosten sparen möchten
- Sie die Rollläden direkt sehen können (Statusanzeige nicht nötig)
Bidirektional ist empfehlenswert, wenn:
- Sie eine Smart-Home-Zentrale mit Statusabfrage nutzen möchten
- Sie den Rollladen-Status in einer App sehen wollen
- Automatisierungen auf Basis des Ist-Zustands geplant sind (z. B. „Alle Rollläden schließen, wenn noch offen")
- Sie Rollläden steuern, die Sie nicht direkt einsehen können
Sonderfall: Mesh-Netzwerk
Einige bidirektionale Systeme wie Becker Centronic Plus nutzen ein Mesh-Netzwerk: Die Geräte leiten Signale untereinander weiter. Dadurch erhöht sich die Reichweite, und die Zuverlässigkeit steigt – selbst wenn ein einzelnes Gerät nicht direkt erreichbar ist, kann der Befehl über andere Geräte weitergeleitet werden.